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Achtsamkeit

Was ist Achtsamkeit und wie kann sie mir helfen?

Was ist Achtsamkeit und wie kann sie mir helfen?

Frau sieht in den Himmel.

Der Begriff Achtsamkeit taucht in den letzten Jahren immer häufiger in allen möglichen Zusammenhängen auf. Sei es als Mittel der Selbstoptimierung, um Mitarbeiter in Unternehmen produktiver zu machen oder um uns bei der Entspannung zu helfen.
Ist Achtsamkeit also vielleicht nicht mehr als ein Trend, mit dem sich vermeintlich jedes Problem lösen lässt und auf den man gut verzichten kann?

Ein Trend ist Achtsamkeit unbestritten, jedes Problem lässt sich damit ganz sicher nicht lösen, aber verzichten sollte man deshalb meiner Meinung nach auf keinen Fall darauf! Schauen wir uns doch einmal an, was Achtsamkeit wirklich ist, was man mit ihr erreichen kann und vor allem wie sie uns helfen kann ein zufriedeneres und glücklicheres Leben zu führen.

Die Achtsamkeitspraxis hat ihren Ursprung im Buddhismus und entstand vor über 2500 Jahren. Sie hat auch in der heutigen Zeit nichts an Aktualität verloren. Aber keine Sorge, wir müssen nicht erst Buddhist werden, um uns mit dieser Praxis zu beschäftigen. Die Essenz der Achtsamkeitslehre hat mit Buddhismus an sich nichts zu tun und lässt sich von jedem praktizieren. Es geht dabei in erster Linie darum, mit uns selbst in Kontakt zu kommen, aufzuwachen und zu erforschen, wer wir sind. Dies ermöglicht uns, mit mehr Harmonie und Gelassenheit mit uns selbst und der Welt zu leben.

Achtsamkeit bietet uns eine einfache aber sehr wirksame Methode wieder mit uns selbst in Berührung zu kommen. Durch das achtsame Wahrnehmen des Augenblicks und einer Fokussierung auf das Jetzt, lernen wir das Leben und uns als Person mehr zu schätzen. Wir hören auf, das Leben selbstverständlich zu sehen und uns in gedanklichen Zeitreisen in Zukunft oder Vergangenheit zu verlieren. Wir erkennen, dass unser wahres Leben eine Abfolge von einzigartigen Augenblicken ist, die wir im Hier und Jetzt erleben dürfen.

Durch das achtsame Wahrnehmen der gegenwärtigen Augenblicke steigern wir auch das Gewahrsein und das Verständnis unseres Geistes. Wir erkennen den Einfluss unseres Geistes, unseres Denkens, auf unsere Wahrnehmungen und Handlungen. So können wir uns immer mehr von unseren automatischen Reaktionen und Handlungen befreien und endlich selbst über unser Leben entscheiden, ohne Gefangene unserer Vorurteile, Meinungen, Beurteilungen und Projektionen zu sein.

Achtsamkeit kann jedem als Methode dienen, wieder mehr mit sich selbst und damit auch seiner Umwelt in Kontakt zu treten.

Wie kann mir Achtsamkeit helfen?

Sicher stellst du dir die Frage, was dir ganz persönlich Achtsamkeit und Meditation bringen kann. Vieles wird dir im Laufe der Zeit klar werden, du wirst die positiven Veränderungen in deinem Leben selbst erleben dürfen. Das ist gerade am Anfang wahrscheinlich aber nicht die Antwort, die du hören wolltest. Das kann ich verstehen, wenn man etwas Neues startet möchte man auch gern einen Anreiz haben. Darum gehen wir hier auf einige bekannte Vorteile des Achtsamkeitstrainings und der Meditation ein. Es darf aber auch vorab gesagt werden, dass „Vorteile“ immer sehr individuell sind und darum das persönliche Erleben immer von großer Bedeutung ist. Sieh die nächsten Punkte einfach als kleinen Vorgeschmack, der dir Lust machen soll, zu starten. Es ist nur ein kleiner Ausschnitt, also halte dich nicht zu sehr daran fest.

Achtsamkeit und Mediation kann viele positive Auswirkungen haben:

  • Stress wird reduziert
  • Selbstkontrolle und Selbstvertrauen werden gesteigert
  • Ängste werden gemildert oder aufgelöst
  • Kreativität wird gesteigert
  • Schmerzempfinden können gelindert werden
  • Das Immunsystem lässt sich stärken
  • Depressionen werden gelindert
  • Das Schlafverhalten verbessert sich

Achtsamkeit und Meditation wurde lange Zeit mit Esoterik in Verbindung gebracht. Diese Zeiten sind zum Glück vorbei, auch aufgrund vieler wissenschaftlicher Studien die Wirkung von Achtsamkeit und Meditation auf Körper und Geist belegen.

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Achtsamkeit Achtsamkeitsübungen

Atem wahrnehmen (Achtsamkeitsübung)

Atem wahrnehmen (Achtsamkeitsübung)

Bist du gerade im Stress? Wird deine To-do-Liste im Kopf wieder länger und länger und du hast keine Ahnung, wie du das alles schaffen sollst?
Dann nimm dir einen Augenblick Zeit, um wieder zu dir selbst zu kommen, deine Gedanken zu ordnen und dann gezielt und aus der Ruhe heraus zu handeln.

Richte deine Aufmerksamkeit auf den Atemstrom. Atme einige Züge lang achtsam ein und aus, ohne die Atmung dabei zu verändern. Wenn du die Atmung doch veränderst (was wahrscheinlich am Anfang passiert) ist das nicht schlimm. Nimm auch das wahr und konzentriere dich weiter auf deinen Atem. Fühle das Ein- und Ausströmen der Luft an deinen Nasenflügeln. Spüre, wie sich dein Bauch bei jedem Atemzug hebt und senkt. Ziehen Gedanken auf, dann lenke deine Konzentration einfach wieder zurück auf deinen Atem.
Wenn du möchtest, kannst du deinen Atem mit folgenden Gedanken begleiten, um die Konzentration zu erhöhen:
Einatmend bin ich mir bewusst, dass ich einatme …
Ausatmend bin ich mir bewusst, dass ich ausatme …

In der Folge kannst du das dann auch abkürzen, indem du denkst:
Einatmen
Ausatmen

Mach dies ein paar Atemzüge lang oder ein paar Minuten, ganz so wie es dir guttut.

Das Schöne an dieser Übung ist, dass du sie immer und überall durchführen kannst. Sie kann dir so in vielen verschiedenen Situationen helfen, zur Ruhe und Klarheit zu kommen. Probier es einfach mal aus.

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Achtsamkeit

Kinder und Achtsamkeit

Kinder und Achtsamkeit

Achtsamkeit bei Kindern ist ein momentan viel diskutiertes Thema. Macht es Sinn, die Achtsamkeit schon in jungen Jahren zu fördern?
Wie du dir wahrscheinlich denken kannst, würde ich diese Frage aus dem Bauch heraus mit einem klaren Ja beantworten. Ich halte Achtsamkeit für so wahnsinnig hilfreich, da kann man eigentlich nicht zu früh mit anfangen.
Eigentlich? Sind da etwa doch Zweifel vorhanden?!
Zweifel an der Sache, also der Achtsamkeit selbst nicht. Ich denke, Achtsamkeit kann auch für Kinder eine tolle Sache sein, die ihnen auf Ihrem zukünftigen Weg hilfreich ist und ihnen wichtige Erfahrungen mitgeben kann. In unserem schnelllebigen und hektischen Alltag ist es gut, wenn Kinder spielerisch an mehr Aufmerksamkeit und Gelassenheit herangeführt werden. Sie können durch Achtsamkeit lernen, den ständig steigenden Anforderungen an sie und dem daraus resultierenden Druck gewachsen zu sein.
Hier ist aber auch der Punkt, der mich bei diesem Thema in all den Diskussionen um Achtsamkeit im Zusammenhang mit Kindern immer wieder nachdenklich werden lässt. Achtsamkeit soll, unter anderem, von äußerem Druck befreien und keinen neuen Druck erzeugen. Das Training der Achtsamkeit sollte nicht als weiteres Wundermittel gesehen werden, die Leistungsfähigkeit deines Kindes zu steigern. Etwas, das den Terminkalender deines Kindes noch mehr füllt und ihm wichtige Zeit für Spiel, Spaß, aber auch Ruhe nimmt. Damit erreicht man wahrscheinlich im besten Fall nicht viel, im schlechtesten Fall genau das Gegenteil. Das Kind ist überfordert und verliert schnell die Lust (was uns Erwachsenen übrigens ganz genauso gehen würde).
Das Leben unserer Kinder ist heute fest durchgetaktet, hier macht oft auch die Freizeit keine Ausnahme. Musikunterricht, Sport, (Früh-) Förderungen aller Art usw. stehen bei vielen Kindern auf dem Tagesplan. So soll ihnen ein bestmöglicher Start in eine erfolgreiche und glückliche Zukunft ermöglicht werden. Doch wo bleibt die Zeit für freies Spiel, die Begegnung mit der Natur, die Entschleunigung, die Ruhe, kurz wo bleibt die Achtsamkeit?
Verstehe mich bitte nicht falsch, die Förderung der Kinder ist wichtig und wir können glücklich sein so viele Möglichkeiten zu haben, die wir den Kindern anbieten können. Wir sollten nur vor lauter Zukunftsplanung nicht das Hier und Jetzt vergessen. Du und dein Kind, ihr lebt jetzt, in diesem Moment. Nehmt euch die Zeit, um gemeinsame Momente zu schaffen. Momente der Ruhe und Gemeinsamkeit, draußen in der Natur oder gemütlich daheim. Ganz ohne festes Programm, ohne die bunte Unterhaltungswelt der Freizeitparks, Zoos oder Kinos. Achte darauf, was deinem Kind (und natürlich auch dir) wirklich guttut. Nimm wahr wenn es überfordert ist und schenke ihm die Ruhe, die es braucht. Wenn du das umsetzt, bist du schon mitten drin der Achtsamkeit und deinem Kind ein wundervolles Vorbild.

Wie geht man Achtsamkeitstraining bei Kindern jetzt an, ohne sie zu überfordern?
Ohne Druck, ohne zu hohe Erwartungen und mit viel Spaß!
Um Achtsamkeit bei Kindern zu fördern, ist nämlich gar nicht so viel Aufwand nötig. Kinder sind in vielen Bereichen oft noch viel achtsamer als wir Erwachsenen. Sie nehmen ihre Umwelt viel bewusster wahr, auch die Kleinigkeiten. Hier dürfen wir einfach selbst erkennen, wann unser Kind achtsam ist und es in seiner Achtsamkeit bestätigen und bestärken.
Ein weiterer, wichtiger Bestandteil des Achtsamkeitstrainings für Kinder bist du selbst. Gerade kleine Kinder lernen am meisten von ihren Eltern. Du bist Vorbild und deine Kinder schauen sich Verhaltensweisen von dir ab. Lebst du ihnen also Achtsamkeit vor, können deine Kinder nebenbei von dir lernen, was ein Leben in Achtsamkeit bedeutet. Umgekehrt funktioniert das natürlich auch. Hast du selbst mit Achtsamkeit nichts am Hut, wird sich auch dein Kind mit Achtsamkeit schwertun und sich fragen, warum es etwas machen soll, was Mama und Papa nicht machen wollen. Darum ist es wichtig, dass du selbst Achtsamkeit in dein eigenes Leben und in euer Familienleben integrierst. So schaffst du die ideale Basis für positive und nachhaltige Effekte des Achtsamkeitstrainings deines Kindes.

Für das Achtsamkeitstraining von Kindern gibt es, wie für Erwachsene auch, viele Übungen, häufig angepasst an die verschiedenen Altersstufen und speziellen Bedürfnisse der Kinder. Hierzu gibt es zahlreiche gute Bücher und auch im Internet sollten sich einige Übungen finden lassen. Auch hier auf dieser Seite findest du immer wieder mal Achtsamkeitsübungen für Kinder. Oft kannst du auch, mit etwas Fantasie, Übungen für Erwachsene abändern, damit auch Kinder daran Spaß haben. Hier sind deiner Kreativität keine Grenzen gesetzt. 😉
Probiere mit deinem Kind einfach verschiedene Übungen aus und schau, was euch Spaß macht. Frag dein Kind gern nach einer Übung, ob es Spaß dabei hatte. Wenn nicht, dann sortiert die Übung einfach aus und versucht beim nächsten Mal eine andere. Hierfür kannst du zum Beispiel verschiedene Übungen auf Karteikarten schreiben und sie in ein Kästchen legen. Dein Kind darf sich dann jeweils eine Karte (verdeckt oder offen) aussuchen und die dort notierte Übung führt ihr dann gemeinsam durch. Karten mit Übungen, die Spaß machen, kommen zurück in das Kästchen, um sie bei Zeit zu wiederholen. Karten mit Übungen, die keinen Spaß gemacht haben, kommen in ein anderes Kästchen oder werden ganz aussortiert. (Ich würde dir hier ein zweites Kästchen empfehlen, um die Übungen aufzuheben. Vielleicht waren sie zum aktuellen Zeitpunkt einfach nur zu schwierig und können zu einem späteren Zeitpunkt noch verwendet werden.) Achte auf eine abwechslungsreiche Mischung aus zum Beispiel spaßigen Spielen, entspannten Traumreisen und raffinierten Wimmelbildern.

Zum Abschluss möchte ich dich noch einmal darum bitten, genau hinzusehen und hinzuhören, was deinem Kind aktuell guttut. Achtsamkeit kann all die positiven Dinge wie verbesserte Konzentrationsfähigkeit und dadurch bessere Noten in der Schule, ein erhöhtes Selbstwertgefühl, Stressresistenz und vieles mehr bewirken. In erster Linie soll es aber dein Kind zu einem glücklichen Menschen machen. Nicht erst in Zukunft, sondern Hier und Jetzt. Darum kümmere dich in erster Linie um deine eigene Achtsamkeit und lebe sie deinem Kind vor. Dann wird dein Kind wahrscheinlich von ganz alleine Interesse an Achtsamkeit bekommen und ihr könnt gemeinsam üben. Wenn nicht, dann ist es eben einfach noch nicht die Zeit dafür. Zu deiner eigenen Achtsamkeitspraxis gehört es dann, dies genau so zu akzeptieren. Der richtige Zeitpunkt wird bestimmt kommen! 🙂

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Achtsamkeit Achtsamkeitsübungen

Die Tiere sind los (Achtsamkeitsübung für Kinder)

Die Tiere sind los (Achtsamkeitsübung für Kinder)

Kinder mögen Tiere und lieben es, sich in die Rolle verschiedener Tiere zu versetzen.
In dieser Übung können die Kinder den Drang nach Bewegung und Lautstärke, gleichzeitig aber auch nach Stille und Ruhe ausleben.

Die Übung eignet sich für Kinder ab 3 Jahren und kann auch mit Gruppen von Kindern durchgeführt werden.

Stell dich gegenüber deinem Kind auf (in Gruppen bildet ihr einen Kreis).
Nun überlegt ihr gemeinsam, welche Tiere es in der Natur gibt. Vielleicht grenzt ihr den Lebensraum der Tiere etwas ein. Ihr überlegt zum Beispiel gemeinsam, welche Tiere es im Wald, welche Tiere es auf der Wiese oder welche Tiere es im Wasser gibt. Je nach Alter der Kinder könnt ihr das dann natürlich ausweiten auf verschiedene Kontinente usw.
Entscheidet euch jetzt für ein Tier in das, das Kind verwandelt wird. Bist du alleine mit deinem Kind, übernimmst du die Rolle des Zauberers und sagst: „Hokuspokus, ich verwandle dich in einen Hund!“. (In Gruppen können die Kinder reihum jeder mal das Zauberkind sein)
Die verzauberten Kinder können jetzt auf allen Vieren umherkrabbeln und laut dazu bellen.
Nach einem von dir bestimmten Zeitraum gibst du deinem Kind / deinen Kindern ein Zeichen, zum Beispiel durch ein Klatschen in die Hände. Auf dieses Zeichen hin bleiben alle an der Position an der sie sich gerade befinden wie eingefroren stehen (alternativ können sich auch alle an der Position an der sie sich befinden hinlegen und „schlafen“). Auf ein weiteres Zeichen von dir kann das Durcheinander wieder weitergehen.
Nach einigen Wechseln zwischen Toben und Ruhe könnt ihr euch ein neues Tier aussuchen. Machst du die Übung mit deinem Kind alleine, könnt ihr ja vielleicht auch die Rollen tauschen. Nun darf dein Kind dich verzaubern und die Phasen von Toben und Ruhe angeben.

Diese Übung eignet sich gut, wenn dein Kind noch etwas Druck abbauen möchte und langsam zur Ruhe kommen soll. Gleichzeitig lernen die Kinder spielerisch die Tiere und ihre verschiedenen Lebensräume kennen.
Auch auf Kindergeburtstagen als Spiel mit einer Gruppe von Kindern verspricht es viel Spaß.